freie Plätze
Der Ausgangspunkt für die performative Installation von Julia und Michael Walk ist John Lennons Friedensutopie, wie er sie 1971 im Song Imagine formulierte. Doch wie hat sich diese Vision seitdem weiterentwickelt? Zwischen geopolitischen Verschiebungen, wachsender Polarisierung, gegenwärtiger Gefährdung der Demokratie und dem Zerfall geteilter Wirklichkeiten wirkt das Verbindende heute brüchig. Einheit erscheint als Sehnsucht – und zugleich als Machtinstrument. Wie kann unter diesen Bedingungen Gemeinschaft entstehen, die Frieden ermöglicht, ohne neue Ausschlüsse zu produzieren? Julia und Michael Walk entwickeln im Schloss Goldegg eine Versuchsanordnung, eine installative Performance, in der dieses Problem gemeinsam verhandelt werden kann. In diesem Setting gibt es unter anderem einen runden Tisch (die demokratischste aller Tischformen), gemeinsames Essen (eine Sprache jenseits der Worte als emotionales Bindeglied), den Kompromiss (als demokratische Praxis) und die Figur des Narren (der Narrenfreiheit genießt). Die Arbeit entwickelt sich während der Goldegger Dialoge weiter und verändert sich mit Begegnungen, Gesprächen und Konflikten vor Ort. Die Besucher*innen sind mehr als Zuschauer*innen; sie erleben Einheit, Widerspruch und Kompromiss als fließende Praxis. Frieden ist kein Zustand, sondern ein Prozess.
(Julia Grevenkamp)
Eröffnung: Donnerstag, 4. Juni, 15 Uhr
Die Künstler*innen treten mit Claudia Lomoschitz (Akademie der Bildenden Künste, Wien) ins Gespräch.
Karte: 10,-